Etwa 80 Prozent der Kapitalgewinne entfallen auf den Immobiliensektor, worin sich seine beherrschende Größe in der Volkswirtschaft widerspiegelt. Wie auf den Aktien- und Anleihemärkten beruhen die meisten derartigen Gewinne nicht auf Sachanlageninvestitionen, vielmehr resultieren sie hauptsächlich daraus, dass Banken ihre Bonitätsanforderungen senken und daher mehr Kredite gewähren; dies gilt zum Beispiel für  Ramschhypothekenkredite in den Jahren von 2001 bis 2008. Immobilienpreise steigen, wenn Zentralbanken den Zinssatz senken, zu dem Unternehmensgewinne und ökonomische Renten in Bankkrediten kapitalisiert  werden.
Je geringer die steuerliche Gewinnabschöpfung ist, umso stärker wird der Druck auf Regierungen, die Kapitalerträge der Rentiers noch geringer zu besteuern. Die Gewinne aus dem Verkauf von Immobilien werden nicht
besteuert, wenn sie in neue Immobilien reinvestiert werden oder der nominelle Eigentümer seinen offiziellen Wohnsitz in Steueroasen hat (oder wenn ein Eigentümer stirbt). Börsenhändler an der Wall Street profitieren von einem ähnlichen »Schlupfloch«, das ihre Finanzgewinne mit einem niedrigen Kapitalgewinnsteuersatz belastet. Dabei sollten Verrnögenspreisgewinne mindestens mit dem Einkommensteuerhöchstsatz belastet werden. Andernfalls begünstigt die Wirtschaft solche Gewinne gegenüber denjenigen aus Sachanlageinvestitionen.