Es ist von jeher der Staat gewesen, der Geld schöpfte. Das Papiergeld in unserer Tasche ist eine Form staatlicher Schulden. Der Staat schuf Geld als eine Art Schuldschein, mit dem er Güter und Dienstleistungen bezahlte. Auf diese Weise versorgt er die Wirtschaft mit Geld. Die Inhaber dieser Währung sind ihrerseits Gläubiger gegenüber dem Rest der Wirtschaft - und zahlen mit diesem Kredit (der dadurch Wert erhält, dass der Staat ihn als Zahlungsmittel zur Begleichung von Steuerforderungen akzeptiert). Dies ist der Kern der Modemen Geldtheorie, die von den Nachfolgern Hyrnan Minskys an der University ofMissouri-Kansas City, Randy Wray und Steve Keen, detailliert ausgearbeitet wurde.
Die öffentliche Verschuldung - einschließlich der Geldmenge - würde nicht existieren, wenn der Staat nicht Jahrhundert um Jahrhundert Schulden angehäuft hätte. Das Defizit ist das, was die Geldbasis der Wirtschaft schafft, die jedes Jahr proportional zur Zunahme der Staatsverschuldung wächst. Anders als bei persönlichen Schulden erwartet man von öffentlichen Schulden nicht, dass sie zurückgezahlt werden. Denn dies würde die Geldmenge vernichten. Genau das geschah im späten 19. Jahrhundert in den Vereinigten Staaten, und es verursachte eine schwere Deflation (das »Kreuz aus Gold«, an das Schuldner geschlagen wurden, denen immer weniger Arbeitseinkommen zur Rückzahlung der auf einem höheren Preisniveau aufgenommenen Schulden zur Verfügung stand).
Die Aufgabe einer Zentralbank besteht darin, Geld auf elektronischem zu schaffen. Aus diesem Grund sind Finanzeliten gegen die Defizitfinanzierung durch Zentralbanken. Anleiheinhaber ziehen es vor, Staaten an einer straffen finanziellen Leine zu führen. Die Zentralbanken sollen nur Geld schöpfen, um Banken, nicht aber die Wirtschaft insgesamt zu retten. Banken werfen Regierungen vor, Währungen abzuwerten und eine Hyperinflation zu verursachen. Dabei waren es Banken, die in den letzten dreißig Jahren die größte Inflation der Immobilien-, Aktien- und Anleihepreise in der Geschichte finanziert haben. Dies ist keinesfalls eine moralisch verantwortungsvollere Form der Inflation, als Staatsausgaben es sind.
Zentralbanken wurden zum Zweck der Defizitfinanzierung gegründet. Aber in den letzten Jahrzehnten hat der Finanzsektor sie in Anhängsel des privatisierten Bankensystems verwandelt. Bei der Federal Reserve haben »Helikopter-Ben« Bernanke und seine Nachfolgerin [anet Yellen nur über der Wall Street einen Geldsegen niederregnen lassen - unter dem Strich 4 Billionen Dollar an elektronischen Krediten für US-Banken seit der Krise von 2008.
Diese quantitative Lockerung diente nicht der Finanzierung von Investitionen in neues Industriekapital, der Instandsetzung verfallender Brücken, Straßen und anderer  Infrastruktureinrichtungen oder der Erhaltung von Arbeitsplätzen. Sie zielte lediglich darauf ab, durch Stabilisierung der Preise von Immobilienhypotheken Bankbilanzen zu stützen. Das erneute Aufblähen von Vermögenspreisen verteuert für Familien den Häuserkauf und mindert ihre Kaufkraft für andere Güter und Dienstleistungen.
Die Wall Street hat eine Propagandakampagne gestartet, um Wähler davon zu überzeugen, dass Staatshaushalte wie private Haushaltsbudgets geführt werden sollten: also ausgeglichen oder besser noch mit einem  Überschuss.
Der Unterschied besteht darin, dass private Haushalte kein Geld schöpfenkönnen. Die Aufhebung der Silber- beziehungsweise Golddeckung vonWährungen hat Banken in die Lage versetzt, im Rahmen gesetzlicher Be-stimmungen und Mindestreservevorschriften grenzenlos Kredit zu schöpfen. Aufgrund der Aufhebung staatlicher Regulierungsbefugnisse bleibt die Kreditschöpfung heute den Geschäftsbanken überlassen. Diese blähen die Vermögenspreise auf Kredit auf und erdrücken die Wirtschaft durch zusätzliche Zinslasten. Die Vermögenspreisinflation rückte in den Mittelpunkt des Kreditgeschäfts der Banken - und schien weitere Bankkredite im Rahmen eines sich auf die gesamte Wirtschaft erstreckenden Schneeballsystems zu  rechtfertigen.
Es gibt eine Alternative. Die Eurozone hätte einige Billionen Euro zur Defizitfinanzierung direkt in die Wirtschaft pumpen können, um sie aus der sparbedingten Depression herauszuholen. Sie hätte den Überbau aus Bankderivaten zusammenbrechen lassen und so die finanziellen Wetten, die das Bankensystem gefährdeten, beseitigen können. Aber Banklobbyisten und rechte Ideologen haben einen engen Tunnelblick gefordert, um die Vereinigten Staaten davon abzuhalten, Geld zu anderen Zwecken als der Unterstützung der Wall Street zu schöpfen, und um die Europäische Union davon abzuhalten, sich eine vollwertige Zentralbank mit der  Vollmacht zur Finanzierung von Staatsdefiziten zuzulegen. Dies geschieht mit der vorgeschobenen Begründung, die Geldpolitik müsse technokratischen, fachkundigen (soll heißen »rnit hinreichendem Tunnelblick ausgestatteten«) und staatsfeindlichen Ideologen überlassen bleiben. Der Wirtschaftsprofessor Mario Seccareccia von der Universität Ottawa hat unlängst dargelegt, wie radikal antidemokratisch die Sichtweise des Geldwesens ist, die dem zugrunde liegt: Seit der Errichtung des modemen Nationalstaats im späten 18. und im 19. Jahrhundert war die Einführung des Euro vielleicht das bedeutendste Experiment der Neuzeit, in dem versucht wurde, Geldwesen und Staat voneinander zu trennen, das heißt, eine Währung zu entstaatlichen, wie es von einigen rechten Ideologen und Begründern des modemen Liberalismus, darunter etwa Friedrich von  ayek, gefordert wurde .... Die Entstaatlichung oder »Supranationalisierung« des Geldes, die in der Eurozone stattfand, hat gewählten nationalen Regierungen die Möglichkeit genommen, ihre Volkswirtschaften effizient zu steuern. Solange Regierungen der Eurozone nicht in der Lage sind, ein erhebliches Maß an Kontrolle und Verfügungsgewalt über das von ihren eigenen Zentralbanken geschöpfte Geld zurückzuerlangen, wird das System fortwährend von Krisenheimgesucht werden und wohl auflange Sicht zusammenbrechen.
Verschlimmert wird alles dadurch, dass die Zentralbanken in Europa und den Vereinigten Staaten in ihrem Handlungsspielraum durch die (von Finanzlobbyisten geförderte) Ansicht eingeschränkt sind, der Staatshaushalt solle keine Defizite, sondern Überschüsse aufweisen. Doch diese Überschüsse entziehen dem Wirtschaftskreislauf Ressourcen und zwingen die Wirtschaft dazu, sich auf Geschäftsbanken und Anleiheinhaber zu stützen. Statt dass öffentliche Kredite das Wirtschaftswachstum finanzieren, werden Bankschuldenin einer Weise monetarisiert, die Gläubiger zu Lasten der von ihnen ausgebeuteten Volkswirtschaften begünstigt.
Die Rettungspakete für Citigroup und AIG wurden mit einem Federstrich finanziert. Die staatliche Rentenversicherung, die Krankenversicherung für Senioren und soziale Ausgaben können in ähnlicher Weise mit Geldern finanziert werden, die die Zentralbank geschöpft hat, so, wie sie die Wall Streetmit geschöpftem Geld gerettet hat. Schlimmer noch, Lohnempfänger bezahlen über ihre vom Arbeitgeber einbehaltenen Sozialversicherungsbeiträge (FICA-Beiträge) diese Programme im Voraus. Sie tun dies, indem sie die Zwangsersparnisse dem US-Finanzministerium leihen, so dass die Steuern für die höchsten Einkommensgruppen noch weiter gesenkt werden können.
Die Moderne Geldtheorie besagt im Kern, dass Staaten ihre Defizite auf elektronischem Weg auf ihren Computertastaturen finanzieren können, in der gleichen Weise wie Geschäftsbanken Kredite schöpfen. Der Unterschied zwischen öffentlicher Geldschöpfung und Bankkrediten besteht darin, dass der öffentliche Zweck die Förderung des Wirtschaftswachstums ist und nicht Vermögenspreisinflation. Nationaler Wohlstand erfordert, dass Geld in der Wirtschaft ausgegeben wird - zum Beispiel für neue Infrastrukturinvestitionen, für Gesundheitsversorgung und Altersrenten. Haushaltsüberschüsse würden es notwendig machen, dass solche Ausgaben privat finanziert werden - was viel höhere Preise für diese Dienstleistungen zur Folge hätte.