Eine überhöhte Kreditvergabe ließe sich am ehesten verhindern, indem man Kreditgebern die Kosten fauler Kredite aufbürdet. Kredite, die ohne eine gründliche Prüfung vergeben werden, mit der man sicherstellt, dass sie im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit zurückgezahlt werden können, sollten als betrügerisch gelten. Unternehmen, die sich in den 1980er Jahren gegen Corporate Raiders  verteidigten, behaupteten unter Verweis auf den Grundsatz der betrügerischen Übereignung, dass Ramschanleihen und Bankkredite, mit denen die Übernahmen finanziert werden sollten, nur durch Zerschlagung des Unternehmens, das Anzapfen der betrieblichen Pensionskasse und das Zusammenstreichen der langfristigen Investitionen zurückgezahlt werden könnten. Für öffentliche Schulden sollte die Leitmaxime lauten, dass Anleiheinhaber Verluste tragen sollten, wenn »der Preis« für ihre Auszahlung ein Sparprogramm, Arbeitslosigkeit und erzwungene Auswanderung oder Ausverkauf von öffentlichem Eigentum wäre. Kein Staat sollte gezwungen werden, Gläubiger zu befriedigen, bevor er sein eigenes wirtschaftliches Überleben sichergestellt hat.
Als die Verhandlungen über die Schulden Griechenlands in die entscheidende Phase eintraten, formulierte die parlamentarische »Wahrheitskommission über die Schulden« das Problem am 17. Juni 2015 folgendermaßen:
»Die Würde der Menschen ist mehr wert als illegale, illegitime und untragbare Schulden.« Die Forderungen der Troika seien »ausschließlich darauf ausgerichtet, private Schulden auf den öffentlichen Sektor abzuwälzen«.?
Der Bericht beschreibt, wie diese Ausschlachtung öffentlicher Vermögenswerte in Verbindung mit Forderungen nach einem Sparhaushalt die Folge des »Rettungspakets« der Troika für Griechenland war:
    Alle Daten, die wir in diesem Bericht vorlegen, zeigen, dass Griechenland nicht nur nicht in der Lage ist, diese Schulden zurückzuzahlen, sondern diese Schulden auch nicht zurückzahlen sollte, vor allem weil die
    Schulden, die aus den Vereinbarungen mit der Troika hervorgehen, die fundamentalen Menschenrechte der griechischen Staatsbürger verletzen.  
    Daher sind wir zu dem Schluss gelangt, dass Griechenland diese Schulden nicht bezahlen sollte, weil sie illegal, illegitim und verabscheuungswürdig sind.

Die Frage ist, ob die Gesellschaft verschuldete Volkswirtschaften oder deren Gläubiger retten wird. Banken schlagen Alarm bei dem Gedanken, Schulden zu streichen, die nicht zurückgezahlt werden können, als ob dies undenkbar wäre. Aber es ist weniger radikal, als Volkswirtschaften in überschuldetes Ödland zu verwandeln, wie es im Fall von Griechenland geschah. Aus einer historischen Perspektive ist es radikaler, eine Schuldendeflation durch eine Sparpolitik zu vertiefen und währenddessen Banken Immobilien zwangsversteigern zu lassen, als wenn Regierungen Schuldner schützen, die die übergroße Mehrheit der Bevölkerung und Unternehmen ausmachen. Realismus und die Notwendigkeit, funktionstüchtige Märkte aufrechtzuerhalten, verlangen die Einsicht, dass die meisten Schulden letztlich nicht zurückgezahlt werden können.
Gegenwärtig leben wir in einem finanziellen Interregnum. Bei einem weiteren Anwachsen des Schuldenbergs kann die Wirtschaft eine sich exponentiell verstärkende Schuldenkrise nicht vermeiden, da sie einem exponentiellen Schnellballsystem folgt. Banken und Anleiheinhaber werden weitermachen, solange sie können - bis durchgreifende Reformen angepackt und Regeln festgelegt werden, unter welchen Bedingungen Schulden gestrichen werden sollten, wenn sie zerstörerische Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft haben.